Kontakt

Andreas Bohne

Leiter LOTTO Sportinternat

Philosophie des Betreuer-Teams

Wir orientieren uns am Leitbild des LSB, und damit an einem humanistischen Menschenbild. Wir fühlen uns dem Leistungsgedanken positiv verbunden, gleichzeitig erfahren die Kinder und Jugendlichen eine von sportlichen Kriterien unabhängige individuelle und wertschätzende Betreuung. Partnerschaft, soziales Handeln, Toleranz und Fair Play, Anerkennung von Regeln, Teamgeist und Solidarität gelten für uns als wesentliche Grundwerte und werden im Internatsalltag gelebt. Die Jugendlichen sollen zur Selbstbestimmung befähigt, zu gesellschaftlicher Mitverantwortung und sozialem Engagement angeregt und hingeführt werden.

In diesem Sinne spielt der Gedanke der dualen Karriereplanung, die Gleichgewichtung von sportlicher und schulisch/beruflicher Laufbahn eine zentrale Rolle. Wir erwarten von unseren Sportlerinnen und Sportlern ein hohes Maß an Motivation und Engagement. Dies gilt sowohl in sportlicher, schulischer wie sozialer Hinsicht. Jede Form von Gewalt wird verurteilt – ob sie körperlicher, seelischer oder sexueller Art ist. Talentförderung bedeutet dabei für uns, dass die Gesundheit und die Werte des Sports gewahrt bleiben. Erfolg ja, aber nicht um jeden Preis!

Das LOTTO Sportinternat hat sich bewusst für die Inklusion von behinderten Jugendlichen entschieden. Davon profitieren sowohl die behinderten wie die nichtbehinderten jungen Menschen.

Ganzheitliche Förderung

Das Betreuerteam arbeitet nach dem Konzept der Bezugsbetreuung im außerschulischen Lernbereich, das auf dem Prinzip der Kleingruppenzuständigkeit beruht. Die Betreuerinnen und Betreuer können sich damit in schulischen Angelegenheiten auf eine kleine Anzahl von Aktiven konzentrieren, und diese dadurch aber besser begleiten. Dazu gehört auch, dass wir bei Bedarf Kontakt zu den Fach- und Klassenlehrkräften aufnehmen. Auch die Unterstützung z. B. bei der Suche nach einem Praktikumsplatz gehört dazu, ebenso wie ein regelmäßiger Austausch mit den Eltern.

Verweildauer

Das erste Jahr dient den Aktiven zur Gewöhnung an das sportliche, schulische und soziale Umfeld und die damit verbundenen physischen und psychischen Belastungen. Das zweite Jahr sollte in der Regel zum Ende der Saison bereits eine deutliche Leistungssteigerung erkennen lassen. Ziel sollte der Anschluss an die nationale Spitze in der jeweiligen Altersklasse sein (Bundeskadernorm). Das dritte Jahr muss eine entsprechende Leistungsentwicklung zeigen. Das Erreichen eines Bundeskader oder die Normerfüllung (falls nach Alter möglich) sollten als Ziele gelten. In den Folgejahren nehmen die Landesfachverbände regelmäßige Leistungsüberprüfungen vor. Die sportlichen Ziele werden individuell festgelegt.

Der Stellenschlüssel

Der Stellenschlüssel für pädagogisches Personal beträgt im Vollzeitinternat 1:9. Hinzu kommen die Stellen im Bereich Leitung, Ernährungs- und Hauswirtschaft und Verwaltung. Im Teilzeitinternat werden die Kinder und Jugendlichen durch eine Erzieherin/ Sozialpädagogin sowie mehrere Honorarlehrkräfte stundenweise in den Nachmittagsstunden betreut. Aktuell leisten 16 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie zwei Freiwilligendienst-Leistende die notwendige pädagogische und erzieherische Betreuungsarbeit.

Sportinternat als ökologisches Lernfeld

Der LandesSportBund (LSB) Niedersachsen setzt sich für eine umweltverträgliche und wirtschaftlich nachhaltige Sport- und Vereinsentwicklung im Sinne der Agenda 21 ein. Diese Selbstverpflichtung findet sich in seiner Satzung ebenso wie in seinem Leitbild „Mittendrin in unserer Gesellschaft“: „Als Grundlage für sportliches und gesellschaftliches Handeln sind uns die Bewahrung der Natur und die Verbesserung der Umwelt verpflichtend.“  Damit die umweltpolitischen Verpflichtungen des LSB mit Leben gefüllt werden, müssen die Kinder und Jugendlichen für dieses Thema frühzeitig sensibilisiert werden. Ein Naturverständnis, ein Verständnis für die ökologischen Zusammenhänge, entwickelt sich dann am ehesten, wenn die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit haben, Naturerfahrungen zu machen. Das kann zur nachhaltigen Naturachtung und damit zur Naturerhaltung beitragen. Daher werden die Kinder und Jugendlichen neben der sportlichen und schulischen Ausbildung durch das Umwelt-Bildungskonzept des Internats frühzeitig zu Multiplikatoren ausgebildet, die in ihrem späteren sportiven und gesellschaftlichen Leben dieses Wissen z.B. in die Sportvereine tragen.

Dieser Auftrag wird durch die Gestaltung der Außenanlagen gefördert und unterstützt, da über das unmittelbare Umfeld den im Internat lebenden Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit geboten wird, sich mit der Natur und den Umweltbedingungen direkt auseinander zu setzen. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf die Nachhaltigkeit des Bildungsansatzes gelegt, denn die Kinder und Jugendlichen von heute sind die Multiplikatoren von morgen. Mit dem Neubau hat der LSB gezeigt, dass die hohen Anforderungen an einen ökologischen, energieeffizienten Bau realisierbar sind.

Als Bauherr hat der LSB selbst diese Überzeugung bei den Bauvorhaben der vergangenen Jahre auf seinem Grundstück im Sportpark Hannover umgesetzt. Mit dem Neubau des LOTTO Sportinternates und einer Sporthalle für die Akademie des Sports im Passivhaus-Standard in den Jahren 2008-2010 ist der LSB noch einen Schritt weiter gegangen:

Er hat modellhaft modernste Bautechniken und Baustoffe eingesetzt, die in der Praxis von jungen Sporttalenten aus Niedersachsen erprobt werden. Der Neubau wird also auch zum ökologischen Lernfeld für junge Menschen, die ihre Erfahrungen mit umweltverträglichen Bauten in ihr späteres Leben mitnehmen werden. Um ihnen ein ganzheitliches Verständnis nachhaltiger Lebensweise zu vermitteln ist die Stelle für ein Freiwilliges Ökologisches Jahr im Sport (FÖJ) eingerichtet.